Sehenswürdigkeiten in Potsdam 
Sehenswürdigkeiten in Potsdam

Sehenswürdigkeiten in Potsdam


Schloss Caputh

Im sechs Kilometer entfernten Caputh, direkt am Templiner See, liegt das gleichnamige Schloss Caputh. Es ist das einzig erhaltene Schloss des Brandenburger Frühbarocks. Bereits im 16. Jahrhundert hatte hier Kurfürstin Katharina eine Sommerresidenz. Diese wurde jedoch im Dreißigjährigen Krieg weitgehend zerstört. Der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm erteilte Philip de Chiese 1662 den Auftrag das Schloss zu bauen. Dafür erhielt de Chiese ca. 2.600 Hektar im Memeldelta in Ostpreußen. Friedrich Wilhelm schenkte 1971 seiner zweiten Gattin, Kurfürstin Dorothea von Brandenburg, das frühbarocke Lusthaus. Sie prägte das Aussehen des Schlosses nachhaltig. Sie erweiterte es und stattete es reichhaltig aus. Bis 1731 wurde es ausschließlich für Festlichkeiten und Jagdaufenthalte genutzt. August von Thümen, preußischer Generalleutnant, kaufte 1820 das Anwesen. 1908 kam die Familie Willich bis zur Enteignung 1947 durch Erben in Besitz von Caputh. Nach 1947 nutze man es als berufsbildende Einrichtung. Von 1995 bis 1999 restaurierte man es für rund fünf Millionen Euro. Der prunkvoll dekorierte Festsaal zählt zu den Highlights des Schlosses. Aber auch der Fliesensaal im Souterrain, dessen Wände und Deckengwölbe König Friedrich Wilhelm I. mit ca. 7.500 blau-weißen holländischen Fayencefliesen und Deckengemälden austattete, gilt als besonders sehenswert. Der Fliesensaal diente einst als Speisesaal für die Jagdgesellschaft. Man findet in fast allen Räumen noch die ursprüngliche Deckengestaltungen mit seinen Stuckaturen und Deckengemälden. Lackmöbel, Porzellane, Fayence und Skulpturen aus dem Nachlass Dorotheas gehören heute immer noch zu der Inneneinrichtung. Ein dunkler Tisch aus Ebenholz mit herzförmigen Einlagen aus Elfenbein, welches aus dem Berliner Stadtschloss stammt, ist ebenfalls ein besonderes Exponat. Das Schloss Caputh ist in jedem Falle einen Ausflug wert.


Schloss Babelsberg

Das Schloss Babelsberg in Potsdam diente über 50 Jahre als Sommersitz von Prinz Wilhelm, später als Kaiser Wilhelm I. bekannt, und seiner Frau Augusta. In zwei Bauphasen errichtete man es im englischen Gotik-Stil. Auch das Schloss Babelsberg wird von der Stiftung Preußischer Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg verwaltet. Es ist innerhalb des Gesamtensembles Potsdam UNESCO Weltkulturerbe. Prinz Wilhelm strebte seiner Zeit schon länger nach einem eigenen Sommersitz, welcher ihm nach langem Zögern 1833 von Friedrich Wilhelm III. genehmigt wurde. Friedrich Wilhelm III. wünschte sich neben klaren klassizistischen Formen einen englischen Gotik-Stil, welcher sich mit der verklärten Sicht auf das Mittelalter vermischt. Augusta beschäftigte sich intensiv mit dem Stil der englischen Gotik und eignete sich fundiertes Wissen an. Somit erhielt sich eine feste Vorstellung vom Schloss. Dies war ausschlaggebend für immer wiederkehrende Meinungsverschiedenheiten zwischen ihr und den Architekten Schinkel. Der Gesamtplan konnte wegen mangelnden finanziellen Mitteln nicht weiter realisiert werden, denn sie wurden nur für ein Schloss in Größe eines Landhauses bewilligt. Daher entstand in der ersten Bauphase nur ein kleiner Teil des Komplexes. Die Ehe Friedrich Wilhelms IV. blieb kinderlos und somit wurde sein Bruder zum Thronfolger ernannt. Für seine Aufgaben schien das Schloss zu klein und nicht repräsentativ genug. Damit wurde der Bau in einer zweiten Bauphase nach den Plänen Schinkels fortgeführt, wobei sich der Bauherr den Änderungswünschen Augustas beugen musste. Nach dem Ableben Wilhelms I. 1888 wurden andere Schlösser als Wohnsitz von den kaiserlichen Nachfolgern bevorzugt. 1945 wurde das Schloss geplündert und somit verschwand das Mobiliar. Einige Räume wurden ab 1953 von der Akademie für Staats- und Rechtswissenschaften der DDR und heute von der Universität Potsdam genutzt. Nebenbei wurde Schloss Babelsberg für museale Zwecke hergerichtet.


Filmpark Babelsberg

Der Filmpark Babelsberg befindet sich im Stadtteil Potsdam-Babelsberg. Das Gelände hat eine Fläche von ca. 46 ha und ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln sehr gut zu erreichen. Die Babelsberger Studios sind die Wiege des deutschen Films und sie bieten ihren Besuchern viel erlebenswertes. Der Öffentlichkeit stehen seit 1991 Tür und Tore offen. Mittels einer ABM versuchte man nach der Wiedervereinigung ein „Film- und TV-Erlebnis“ aufzubauen. Mit Erfolg wie sich rausstellte. Anfänglich zeigte man den Besuchern nur den Schneideraum, typische Filmarbeitsplätze, Stücke aus dem hauseignen Fundus und einige Außendekorationen und nur ein paar Jahre später griffen die Betreiber auf das Konzept der „Universal Studios Hollywood“ zurück und man eröffnete 1993 den „Filmerlebnispark Babelsberg Studiotour“ mit vielen Themenbereichen. So kann der Gast durch die Kulissen wandern und Requisiten bestaunen, wie zum Beispiel die Figuren aus „Die unendliche Geschichte“, „Alien“ oder ein U-Boot. Auch Schauspieler sind hier anzutreffen, denn es wird weiterhin fleißig produziert. Unter anderem die berühmte Kinderserie „Schloss Einstein“ und auch die Vorabendserie „Gute Zeiten, Schlechte Zeiten“. Mit etwas Glück trifft man hier auch die Serien-Stars. Die einzelnen Themenbereiche kann man gut zu Fuß besichtigen. Wer es etwas bequemer mag, der kann sich durch das Gelände chauffieren lassen. Fahrattraktionen sucht man jedoch vergebens, dennoch kommen Jung und Alt voll auf ihre Kosten. Durch die zahlreichen Shows und visuellen Eindrücke kann man tief in das Filmgeschehen eintauchen. Übrigens, die Shows sind alle im Eintrittspreis enthalten. Um den ganzen Park zu erleben benötigt man einen ganzen Tag. Gegen einen geringen Obolus kann man sich sogar film reif schminken lassen. Er ist auf jeden Fall einen sehenswert.


Volkspark Potsdam

Der Volkspark Potsdam wurde 2001 für die Landesgartenschau gestaltet. Das ursprünglich militärisch genutzte Areal umfasst eine Gesamtgröße von etwa 65 Hektar und erstreckt sich über eine Länge von ca. 3 Kilometer. Im Park ist so ziemlich alles erlaubt- und erwünscht. Ob das betreten des Rasens, Inliner fahren, mit dem Hund spazieren gehen, sogar Grillen ist an gekennzeichneten Stellen gestattet. Er ist mit jährlich 330.000 Besuchern eines der beliebtesten Ausflugsziele in Potsdam und weiter Umgebung. Der Service macht die Anlage besonders Besucherfreundlich. Etwas vergessen? Kein Problem. Hier kann man gegen eine geringe Gebühr vieles leihen. Angefangen vom Tischtennisschläger, über die Frisbee Scheibe, Picknickdecke, Roller, Bollerwagen, sogar Schwimmhilfen finden sich hier im Verleih am Haupteingang. Zwischen großflächig angelegten Blumenbeeten finden sich viele Freizeitmöglichkeiten. Der Skater Park zum Beispiel bietet genügend Platz, um Stunts zu üben. Aber nicht nur Zweiradfahrer haben hier ihren Spaß. Auch die Ballfanatiker finden hier alles, was das Herz begehrt. Bolzen, Fußball – und Beachvolleyball spielen und sogar golfen auf dem Disc-Golf-Parcours sind hier ebenfalls möglich. Der Park bietet aber auch für die kleinen Gäste alles, was das Herz begehrt. So sind Kletterspielplätze, Trampoline, Kleinkindspielplätze und sogar ein Wasserspielplatz absolut angesagt. Für Wasserratten empfiehlt sich besonders der feine Sandstrand, der auch zum entspannen einlädt. Kulinarisch verwöhnen lassen kann man sich im kleinen Cafe, welches vom Imbiss bis zum selbstgebackenen Kuchen vieles bietet. Aber auch Kunstliebhaber kommen hier voll auf ihre Kosten. Vor allem, wenn sich Kunst und Natur vereinen ist es immer einen Besuch wert. Besonders zu erwähnen sind ebenfalls die zahlreichen Veranstaltungen, das grüne Klassenzimmer und die Biosphärenhalle. Das Gelände ist gegen ein sehr geringes Eintrittsgeld ganzjährig geöffnet und sowohl mit öffentlichen Verkehrsmitteln, als auch mit dem Auto hervorragend zu erreichen. Umfangreiche Informationen kann man der gut strukturierten Homepage entnehmen.


Cecilienhof

Nördlich des Neuen Gartens Potsdam liegt Schloss Cecilienhof in unmittelbarer Nähe des Jungfernsees. In den Jahren 1914 bis 1917 entstand unter Kaiser Wilhelm II. das feudale Gebäudeensemble. Nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges mussten die Bauarbeiten kurzfristig gestoppt werden. Damit verzögerte sich die Fertigstellung. Im August 1917 konnte die Kronprinzessin Cecilie, Namensgeberin des Schlosses, endlich ihre Räume beziehen in denen sie ihr sechstes Kind zur Welt brachte. Die Bauarbeiten waren im Oktober des gleichen Jahres abgeschlossen. Das Kronprinzenpaar wohnte noch bis zur Vertreibung und Enteignung auf dem Hof. Als Tagungsort der Potsdamer Konferenz, auf der die drei Hauptalliierten nach Ende des Zweiten Weltkrieges weiteres Vorgehen beratschlagten, wurde das Schloss bekannt. Nach der Konferenz wurde die Anlage öffentlich zugänglich gemacht und so können die Wohnräume des Prinzenpaares bis heute besichtig werden. Anfangs nutzte man es zusätzlich noch als Schulungszentrum für den Demokratischen Frauenbund und eröffnete 1960 im Westflügel ein Hotel welches bis heute noch betrieben wird. Die Landesregierung Brandenburg nutzt die Lokalität hin und wieder auch für Empfänge, wie beispielsweise 2004 anlässlich des Besuches von Queen Elisabeth II. Das Schloss ist UNESCO-Weltkulturerbe und untersteht der Verwaltung der Stiftung Preußischer Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg. Das Ensemble im englischen Landhausstile gruppierte sich um fünf Innenhöfe: dem Ehrenhof mittig, dem kleinen Gartenhof, dem Prinzengarten und den drei Wirtschaftshöfen. Der Stern auf der Rasenfläche des Innenhofes wurde eigens für die Potsdamer Konferenz von sowjetischen Soldaten angepflanzt. Fachwerk und Backstein dominieren an den Außenfassaden und die 55 Schornsteine des Anwesens, von denen keiner dem anderen gleicht, beeindrucken die Gäste. Ein Besuch der Anlage lohnt sich für jeden Gast Potsdams.


Einsteinhaus

Rund sechs Kilometer südlich von Potsdam befindet sich das Einsteinhaus in Caputh. Hier lebte Albert Einstein mit seiner Familie von 1929 bis 1932. Der damalige Oberbürgermeister Berlins, Gustav Böß, regte an Einstein zu dessen 50. Geburtstag im Namen der Stadt ein Haus mit Seegrundstück zu schenken. Allerdings fand man nicht das passende Haus. Darauf hin beschloss die Stadt ihm ein Grundstück zu schenken, auf dem er nach Belieben bauen kann. Aber auch die zog sich in die Länge. Schnell wurden die Medien auf den „Skandal mit dem missglückten Geschenk der Stadt Berlin“ aufmerksam und somit wurde das Vorhaben zu einem komplizierten Politikum. Einstein verzichtete aufgrund dessen dankend auf das städtische Präsent. Der Rummel der entstanden war inspirierte ihn und seine Frau jedoch und so erwarben sie schließlich ein Grundstück in Caputh in der Waldstraße 7, auf dem sie auf eigene Kosten ein Holzhaus errichten ließen. Erbaut wurde es vom Architekten Konrad Wachsmann, ein Pionier des industriellen Bauens. Das Holzhaus liegt direkt an einem Hang und von dort aus hat man einen wunderbaren Blick auf den in ca. 300m entfernten Templiner See. Zahlreiche Sommer verbrachten die Einsteins in ihrem Domizil. Hier unternahm Einstein gern und häufig Segelausflüge auf den Gewässern der Umgebung und genoss die Ausflüge in die nahe Natur. 1933, nach Machtergreifung Hitlers, kehrten die Einsteins von einer Reise in die USA nicht wieder zurück nach Deutschland. Sie vermieteten das Haus an das Jüdische Kinderheim Caputh. Im Zuge der Enteignung ging das Haus an die Gemeinde über. Diese nutzte es als Ausbildungsstätte für Kindergärtnerinnen. Auch die Wehrmacht nutze das Haus während des Krieges. Nach der Kapitulation Deutschlands war es wieder Wohnhaus bis es 1979 durch die Akademie der Wissenschaften der DDR restauriert und erstmalig als Gedenkstätte der Öffentlichkeit zugänglich machte. Das Haus wurde 2005 restauriert und als Gedenkstätte wiedereröffnet.


Spreewald

Den Spreewald liegt in dem Bundesland Brandenburg. Brandenburg gehört zu den neuen fünf Bundesländern. Es wurde nach der Wiedervereinigung im Jahre 1990 neu gegründet. Die Grenze verläuft im Osten von Brandenburg und trennt heute Deutschland und Polen. Die alte Burg Brandenburg gab dem Land ihren Namen. Die Burg gibt es heute nicht mehr. An ihrer Stelle findet man heute den Dom. Er steht in der Stadt Brandenburg an der Havel. Das Bundesland ist in besiedelt, dadurch haben Tiere und Pflanzen viel Platz. Die Brandenburger sind besonders stolz auf ihre Störche. Es nisten jedes Jahr mehr als 1200 Storchenpaar in dieser Gegend. Brandenburg ist eines der wasserreichsten Bundesländer. Hier gibt es über 30 000 Kilometer Flüsse und etwa 3000 Seen. Die Hauptstadt von Brandenburg ist Potsdam. Der höchste Berg ist der Kutschenberg. Er hat eine Höhe von 201 m. Der größte See ist der Scharmützelsee. Der längste Fluss ist die Havel. Sie fließt 258 km durch Brandenburg. In Niederfinow bei Eberswalde wurde ein riesiges Schiffshebewerk gebaut, um einen Höhenunterschied von 36 m zu überwinden. Der Spreewald liegt circa 100 km südwestlich von Berlin. Es ist ein Gebiet, das mit sehr vielen kleinen Flüssen und Kanälen durchzogen ist. Hier kommt sogar die Postbotin mit dem Boot. Zu manchen Haus führt keine Straße, deshalb sind die flachen Kähne meistens das einzige Transportmittel. Es werden damit Einkäufe, Briefe, die Ernte vom Feld und so manche andere Sachen transportiert. Diese Boote werden nicht mit einem Motor angetrieben oder gerudert, sondern am Ende des Bootes wird ein langer Holzstab in dem Grund des Gewässers gesteckt und danach vorne gedrückt. Heute werden jedoch vorwiegend Touristen auf diese Art spazieren gefahren. Die Menschen die im Spreewald leben, sind die Sorben. Sie sind ein kleines slawisches Volk. Trotz der verschiedenen Herrscher, die in den vielen 100 Jahren regierten, haben die Serben ihre eigene Sprache, ihrer Kultur und auch ihre Bräuche erhalten. In der Schule ist Deutsch die zweite Sprache. Die Kinder sprechen Sorbisch.


Biosphäre Potsdam

Die Biosphäre steht auf dem Gelände des Potsdamer Volksparkes, dem ehemaligen Gelände der Landesgartenschau. In der Tropenhalle findet man nicht nur die außergewöhnlichsten Pflanzen, wie Orchideen und bis zu 14 Meter hohe Palmen, sondern auch Sonderausstellungen. Hier kann man eine atemberaubende Zeitreise in das Zeitalter der Säbelzahntiger und Quastenflosser machen. Die Tiere werden hier in lebensechter Größe dargestellt. Der Gang durch die Halle fängt beim Urknall an. Der erste Teil der Ausstellung befasst sich mit dem Thema Erdurzeit. Der zweite Teil beschäftigt sich mit dem Erdmittelalter und der dritte und letzte Teil vertieft die Erdneuzeit. Rechts und links, am Boden des Weges befinden sich Informationstafeln über die einzelnen Epochen der Geschichte der Erde. Durch die dazu aufgebauten Tiere fühlt man sich in der Biosphärenhalle in der Zeit zurück versetzt. Bei Temperaturen um die 27 Grad und permanenter, hoher Luftfeuchtigkeit ist das Wachstum der Flora und Fauna garantiert. In der Halle gibt es einen großen Wasserfall und kleine Seen. Vögel, Reptilien, Insektenterrarien leben hier im Einklang mit Bäumen und Pflanzen. Sogar die bunte Unterwasserwelt der Tropen ist mittels eines U-Bootes einzusehen. Besonders schön ist auch die Schmetterlingshalle, in der man die frei fliegenden Schmetterlinge bestaunen kann. Nach vorheriger Anmeldung kann man an einer der zahlreichen Führungen zu Sonderthemen teilnehmen. Sie dauern in Durchschnitt 45-60 Minuten und kosten ein geringes Aufgeld. Einmal in der Stunde gibt es ein Gewitter, welches man sonst nur in den „echten“ Tropen miterleben kann. Wenn der Hunger ruft, setzt man sich am Besten in das Tropencamp am See und genießt die vielfältige Speisekarte. Die Umfangreiche Homepage informiert über Veranstaltungen, Öffnungszeiten und Eintrittspreise.


Schloss Sanssouci

Kein Schloss hat solch einen Charakter und solch eine Ausstrahlung wie Sanssouci, was so viel bedeutet wie „Ohne Sorge“. Es ist mit der Persönlichkeit Friedrich des Großen stark verbunden, denn hier her zog sich der Alte Fritz mit seinen Hunden am liebsten zurück. Auch in schwierigen Zeiten kam er nach Potsdam, um seine innere Ruhe zu finden. Seit 1991 ist der Leichnam von Friedrich dem Großen in einer Gruft auf der obersten Weinbergterrasse beigesetzt. Der Besucher taucht bei den original erhaltenen Raumausstattungen des Schlosses aus dem 18. Jahrhundert ein in eine Welt des Philosophen Friedrich II.. Die Räumlichkeiten sind geprägt durch die Liebe des Hausherren zu Preußen. Nach dem Tod der letzten königlichen Bewohnerin, Elisabeth Ludovika von Bayern, am 14. Dezember 1873, wurde Sanssouci zu einem Museum. Damit zählt das Schloss zu einem der ältesten Schlossmuseen in Deutschland. Alle Räume liegen auf einer Ebene um mühelos in den Garten zu gelangen. Zum Schloss gehört desweiteren eine weitläufige Parkanlage mit ca. 289 Hektar. Auf dem Gelände befinden sich die Neptungrotte, das Chinesische Haus, das Neue Palais, der Freundschaftstempel, der Antikentempel und das Obeliskportal. Friedrich Wilhelm der IV. ließ die Anlage um das Römische Bad, der Friedenskirche, dem Ensemble künstlicher Ruinen auf dem Runinenberg, dem Belvedere auf dem Klausberg, dem Drachenhaus, die Orangerie und das Schloss Charlottenhof erweitern. Sanssouci ist seit 1990 mit seinen Schlössern und seinen Anlagen Weltkulturerbe und steht unter dem Schutz der UNESCO. Der Komplex stellt eine Synthese der Kunstrichtungen des 18. Jahrhunderts in den Städten und Höfen Europas dar.


Schloss Glienicke

Schloss Glienicke, Sommerschloss von Prinz Carl von Preußen, liegt im Berliner Südwesten bei Potsdam an der Glienicker Brücke. Es wird verwaltet von der Stiftung Preußischer Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg und ist UNESCO-Weltkulturerbe. Aufgrund von Umbauten und Erweiterungen besteht das Schloss in seiner heutigen klassizistischen Form. Nach dem Ableben von Prinz Carl verwaiste das Gebäude zunehmends. Zu Lebzeiten hatte er großes Interesse an der Antike. Die erste Italienreise im Jahre 1822 beeindruckte ihn zu tiefst. Er wollte aufgrund dessen sich in Berlin einen Traum von Italien erfüllen. In seinem Testament verfügte er, dass sein Sohn Friedrich Karl mindestens 30.000 Mark für den Unterhalt der Anlage per anno aufzuwenden habe. Dies wurde von ihm aber nie umgesetzt da er bereits 1885 verstarb und damit seinen Vater nur zwei Jahre überlebte. Das Anwesen ging somit an seinen Sohn Friedrich Leopold der nur wenig Interesse an der Residenz hatte. Durch die Vernachlässigung begann der Verfall. Er verkaufte sogar größtenteils die mühsam gesammelten mittelalterlichen Stücke seines Vaters, die weltweit verstreut wurden. Das Schloss ging nach dem Ende der Monarchie und dem damit verbundenen Wohnortswechsel des Hausherren an den Preußischen Staat durch Beschlagnahmung über. Jedoch musste die Regierung durch Gesetzmäßigkeiten den Besitz an Friedrich Leopold zurück geben. Der versuchte es zu verkaufen was ihm durch eine Einstweiligen Verfügung verboten wurde. 1931 verstarb der Hausherr. Vor der Übergabe an die Schlösserverwaltung renovierte man Schloss Glienicke und nutzte es anschließend als Schlossmuseum. In einigen Räumen kann man sogar Ausstattungsstücke von Prinz Carl besichtigen. Außerdem finden im Gartensaal Konzertveranstaltungen statt. In einigen Räumen findet man das erste Hofgärtnermuseum Europas mit Gartenplänen, Messinstrumenten, Gartengeräten und Möbelstücken einer Hofgärtnerfamilie. Aber auch die Ausbildung preußischer Hofgärtner kann der Besucher begutachten.


Glienicker Brücke

Über die Havel verbindet die Glienicker Brücke die beiden Städte Berlin und Potsdam. Den Namen erhielt sie durch den naheliegenden Gut Klein Glienicke, an dessen Stelle das Schloss Glienicke sich befindet. Berühmtheit erlangte die Brücke durch einen spektakulären, inszenierten Agentenaustausch am 11. Februar 1986. In beiden Militärlager wurden während des Kalten Krieges immer wieder gegnerische Agenten festgenommen. Beide Seiten verhandelten rege über einen Austausch ihrer Geheimagenten. Als bester Ort erwies sich hierfür die Glienicker Brücke. Die beiden Mächte, USA und Sowjetunion, konnten sie von Berlin aus gut erreichen und das Gelände konnte perfekt gesichert werden. Das KGB nutzte unter anderem die Villa Kampffmeyer als Beobachtungsposten. Zwischen 1962 und 1985 wurden drei Austauschaktionen mit 83 Personen vollzogen. Aus diesem Grunde geisterte die Glienicker Brücke auch als Agentenbrücke durch die Medien. Die Engländer nannten die Brücke „Bridge of Spies“ (Brücke der Spione). Wolfgang Vogel, Ost-Berliner Rechtsanwalt, spielte 1985/86 bei der Vorbereitung eine maßgebliche Vermittlerrolle. Am 10. Februar 1962 tauschte man den sowjetischen Spitzenagenten Rudolf Iwanowitsch Abel gegen Francis Gary Powers, einem amerikanischen Piloten der bei einem Aufklärungsflug mit der U-2 über der Sowjetunion abgeschossen wurde. Trotz strenger Geheimhaltung wurden die Medien auf den Austausch aufmerksam und so sorgte er für Schlagzeilen. 20 Jahre später erfolgte der zweite Austausch politisch Gefangener beider Lager. Wolfgang Vogel vereinbarte, dass 25 Personen aus DDR-Gefängnissen gegen vier von der CIA verhaftete Agenten ausgetauscht werden sollten. Es wurden am 11. April 1985 jedoch nur 23 Menschen gegen vier Spione ausgetauscht. Im Winter 1986 sollte der 3. Austausch stattfinden. Es sollten vier im Osten inhaftierte Agenten gegen fünf Häftlinge aus dem Westen getauscht werden. Die Brisanz lag hierbei in den Personen selbst. Jeder Besucher Potsdams, bzw. Berlins, sollte einmal an der Agentenbrücke gewesen sein.


Holländisches Viertel

Das Holländische Viertel ist sowohl bei den Einheimischen wie bei Besuchern beliebt. Hier stehen rund 150 Häuser aus Backstein im holländischen Stil, also unverputzt, weiße Fugen, weiß-grüne Fensterläden und geschwungene Giebel. Der Bauleiter war der Holländer Jan Boumann. An ihn und seine Arbeit erinnert das der Öffentlichkeit zugängliche Jan-Boumann-Haus. Dieses Viertel entstand zwischen 1734 und 1742 unter König Friedrich Wilhelm I. und sollte als Unterkunft für holländische Handwerker dienen. Die Einwanderer genossen zahlreiche Privilegien wie Religionsfreiheit und sichere Arbeitsaufträge. Hier lebten nicht nur holländische Einwanderer sondern auch einheimische Soldaten sowie deutsche und französische Künstler- und Handwerkerfamilien. Hier findet sich auch das Potsdam-Museum, das in wechselnden Ausstellungen vor allem Stadtansichten vom 18. bis zum 20. Jahrhundert zeigt. Das Viertel überstand die Weltkriege beinahe unbeschadet. Zur Zeit der DDR jedoch ließ man die Häuser verkommen. Erst in den 1970er Jahren begannen die Behörden mit dem Wiederaufbau und der Sanierung der ersten Häuser. In der Zeit nach der Wende entstand hier ein lebendiges Viertel mit Restaurants, Cafés und exklusiven Geschäften, die vor allem Mode, Schmuck, Uhren und Antiquitäten anbieten. Beliebt bei Besuchern und Einwohnern gleichermaßen ist das Tulpenfest im April, der Töpfermarkt im September sowie der im holländischen Stil gehaltenen Weihnachtsmarkt. Für Besucher ist vor allem wegen der Galerien und Läden ein Bummel durch das Holländische Viertel reizvoll. Inzwischen ist das Viertel wieder vollständig saniert, auch mit Unterstützung aus den Niederlanden, und strahlt wieder in altem Glanz. Das Bauensemble ist zudem das einzige seiner Art außerhalb der Niederlande.




Zahlen & Fakten: Stadtname:
Potsdam

Bundesland:
Brandenburg

Landkreis:
Kreisfreie Stadt

Höhe:
35 m ü. NN

Fläche:
187,27 km²

Einwohner:
154.606

Autokennzeichen:
P

Vorwahl:
0331

Gemeinde-
schlüssel:

12 0 54 000



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